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Barcelona, 5.9.2000
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_______ Dienstag, 5.9.2000 Es hieß Abschied nehmen L, doch zunächst pflanzten wir uns für ein paar Stunden in den Parc de la Ciutadella, der direkt an der Jugendherberge liegt. Es wurde etwas vorgeschlafen und wir wunderten uns, wie viele Spanier doch am frühen Morgen Zeit haben, in den Park zu gehen. Nach einiger Zeit trieb Jessi ein natürliches Bedürfnis dazu, eine Toilette zu suchen, doch leider entpuppten sich einige vielversprechende Türschilder als Eingang zu Abstellräumen oder liessen sich erst gar nicht öffnen. Zum Glück befindet sich ein Wochenmarkt in der Nähe, in dem Jessi schließlich fündig wurde, also konnten Moni und ich die Erfahrung für uns Nutzen und kauften bei der Gelegenheit auch noch etwas Obst. Wir liefen Richtung Zentrum, wo wir ein letztes Mal bei Pans Station machten und machten uns dann auf Richtung Estació Sants. Da wir uns etwas mit der Zeit verschätzt hatten wurde der Kauf einer Wasserflasche zum Lauf gegen die Zeit, aber dann saßen wir um kurz nach ein Uhr mittags im Regionalzug nach Cerbére in Frankreich. Hasta luego, Barcelona, adios, Espaņa! Volveré! Ich komme bestimmt zurück! Doch unser Abenteuer war noch nicht ganz zu Ende. In Cerbére angekommen, wurde das Geheimnis gelüftet, das sich da um die Frage rankte, weshalb man für den Zug von Cerbére nach Avignon nicht reservieren konnte: er fuhr überhaupt nicht! Nun gut, bevor wir Zeit hatten, uns aufzuregen stand schon eine französische Bahnbeamtin bereit um uns eine passende Ersatzverbindung rauszusuchen. Statt kein- würden wir jetzt noch zweimal bis Avignon umsteigen müssen, aber uns genügte dann schon die Sicherheit, unseren Zug dort pünktlich zu erreichen. Also erst nach Narbonne, dann nach Béziers und schließlich nach Avignon. In Béziers hatte Moni dann noch eine nette Unterhaltung mit einem Bahnbeamten, der nur Französisch sprach und meinte, wenn wir jetzt nach Paris wollten, müssten wir schon mit dem Fahrrad fahren. Fragt nicht, wie das Gespräch überhaupt dahin gekommen ist . . .
Mittlerweile war es abend und bei Sonnenuntergang am Mittelmeer entlang zu fahren, das hat schon was. Mag sein, dass das kitschig ist, aber ich fand es wunderschön und steh dazu! Dabei mampften wir dann unsere favorisierte Sorte Krümelkekse und redeten über unsere Lieblingsfilme, kurzum, es war einer von den Augenblicken, in denen ich denke: Gott, kann das Leben schön sein!
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© 2000 by Ursula Kania. Nachdruck, auch auszugsweise, nur nach vorheriger Genehmigung!