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Toledo, 24.8.2000
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_______ Am nächsten Morgen wühlten wir uns durch die Infos, die wir bei der Touristeninformation bekommen hatten, und die erfreulich brauchbar sind. Für den Zeitraum zwischen 15-16 Uhr muß man allerdings eine Pause einplanen, da alle Sehenswürdigkeiten meist sogar schon von 14 Uhr an erst einmal schließen. Trotz des, im Vergleich, ziemlich unverschämten Eintrittspreises von 700ptas (es gibt keinerlei Ermäßigungen) lohnt sich der Besuch der Kathedrale.
Die Gemälde, die in dem in einem Seitenflügel eingerichteten Museum zu sehen sind, kann man allerdings nur als Enttäuschung betrachten. Zunächst einmal handelt es sich bei vielen Sachen um Reproduktionen, zum anderen tut es keinem Gemälde gut, wenn es, wie hier einige Werke El Grecos, unter Schmuddelbeleuchtung neben 100 anderen an eine vollbehangene Wand geklatscht ist. Aber die Kathedrale selber ist schon Wahnsinn. Danach wollten wir eigentlich in die Casa del Greco, aber die war leider bis zum Oktober wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Also waren wir im Museo del Greco, in dem u.a. seine Apostelreihe ausgestellt ist, ganz interessant und der Eintritt ist außerdem frei. Anschließend gingen wir dann noch in die um die Ecke liegende Parroquia de Santo Tomé, in der man das berühmte Gemälde "Das Begräbnis des Grafen Orgaz" von, na wem wohl, El Greco besichtigen kann. 150ptas Eintritt, die sich durchaus lohnen. Um unsere mittlerweile hervorragende körperliche Fitness noch ein wenig zu strapazieren, gingen wir runter zum Bahnhof um uns einen Zug für den nächsten Tag rauszusuchen, denn wir wollten dann doch gerne noch zum Escorial. Dort wiederfuhr uns dann eine weitere dieser unvergesslichen Begegnungen, die man in einem solchen Urlaub des öfteren hat. Wir mußten mit Leidwesen feststellen,dass die Straße, die wir gerade runtergehen wollten, von einer Baustelle blockiert war. Wir hatten allerdings keine Lust, uns einen anderen, ergo längeren Weg zu suchen, also stapften wir selbstbewußt um sämtliche Absperrungen und Bauarbeiter herum.
Ausblick auf den TajoDurch wildes Gestikulieren bekamen wir dann auch klargemacht, wo man besser nicht lang gehen sollte und nachdem ein durch Teer und diversen Dreck schwarzer Mann uns bat, doch ein Foto von ihm mit zweien von uns zu machen, ließen wir die winkenden Dreckspatzen hinter uns und zogen weiter Richtung Bahnhof. Es gibt allerdings ausschließlich Züge, die von Madrid kommen und in Toledo Endstation haben und solche, die wiederum nach Madrid fahren.
Also würden wir der spanischen Hauptstadt noch einmal kurz Hallo sagen. Mittlerweile vor Vitaminmangel sterbend fragten wir einen älteren Einheimischen nach einem Supermarkt und siehe da, direkt um die Ecke fanden wir eine kleine Tienda mit Obst, Wasser und Keksen, unseren Hauptnahrungsmitteln neben Bocadillos. Ein alter Mann bediente uns freundlich und stolz, mittlerweile in fließendem Spanisch zumindest Obst kaufen zu können, staunte ich anschließend darüber, dass er alles aufschrieb und im Kopf zusammenrechnete. Back to the roots! Eigentlich ist es ja verboten, in Jugendherbergen auf den Zimmern zu essen, aber wir erlaubten uns diese Ausnahme; unser Zimmer war einfach zu gemütlich und wir haben auch alles schön wieder saubergemacht, ehrlich!
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© 2000 by Ursula Kania. Nachdruck, auch auszugsweise, nur nach vorheriger Genehmigung!